| |
ihm, nichts, gar nichts, und daß mir mein Herze so schlägt und ich die Stunden zähle, bis er kommt, und nicht abwarten kann, bis er wieder da ist, das macht mich glücklich, das ist mir genug." "Ja", schmunzelte die Dörr vor sich hin, "das is das Richtige, so muß es sein. Aber is es denn wahr, Lene, daß er Botho heißt? So kann doch einer eigentlich nich heißen; das is ja gar kein christlicher Name." "Doch, Frau Dörr." Und Lene machte Miene, die Tatsache, daß es solchen Namen gäbe, des weiteren zu bestätigen. Aber ehe sie dazu kommen konnte, schlug Sultan an, und im selben Augenblicke hörte man deutlich vom Hausflur her, daß wer eingetreten sei. Wirklich erschien auch der Briefträger und brachte zwei Bestellkarten für Dörr und ein en Brief für Lene. "Gott, Hahnke", rief die Dörr dem in großen Schweißperlen vor ihr Stehenden zu, "Sie drippen ja man so. Is es denn so ne schwebende Hitze? Un erst halb zehn. Na, soviel seh ich woll, Briefträger is auch kein Vergnügen." Und die gute Frau wollte gehn, um ein Glas frische Milch zu holen. Aber Hahnke dankte. "Habe keine Zeit, Frau Dörr. Ein andermal." Und damit ging er. Lene hatte mittlerweile den Brief erbrochen. "Na, was schreibt er?" "Er kommt heute nicht, aber morgen. Ach, es ist so lange bis morgen. Ein Glück, daß ich Arbeit habe; je mehr Arbeit, desto besser. Und ich werde heut nachmittag in Ihren Garten kommen und graben helfen. Aber Dörr darf nicht dabei sein." "I Gott bewahre." Und danach trennte man sich, und Lene ging in das Vorderzimmer, um der Alten das von der Frau Dörr erhaltene Spargelgericht zu bringen. 9 |  |
|
| |
|
|